Das Diakonie-Kolleg Wolfsburg hat sich selbst verpflichtet, nunmehr eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sein zu wollen. Am Freitag, 12. Juni, übergab Benjamin Franz vom Kultusministerium die Urkunde und Plakette in einer Feierstunde und nahm die Schule in das bundesweite Netzwerk auf.
Zuvor hatte sich die Schulgemeinschaft in einer Abstimmung mit 86 Prozent aller Schülerinnen und Schüler – einige waren nicht am Abstimmungstag da – selbst verpflichtet, aktiv gegen Rassismus einzutreten. Es gab nur eine Hand voll Gegenstimmen.
Die Schülerinnen Anna-Charlotte Diepold und Lucy Meinel machten mit den über 100 Schüler:innen und Lehrer:innen eine Umfrage, die für das Thema sensibilisierte: Sie fragten nach Piercings und Deutsch als Zweit- und Fremdsprache, wer schon mal etwas Verbotenes gemacht oder Schule geschwänzt hat, wer sich mit anderen Religionen beschäftigt oder Diskriminierung erlebt hat. Die jeweils Betroffenen kamen nach vorne und zeigten so, dass viele entsprechende Erfahrungen gemacht haben. Dies betonten auch mehrere Redner. Projektpate Dr. Peter Möller meinte: „Haltung entsteht aus Erfahrung“. Aus seiner Wahrnehmung als Kinder- und Jugendmediziner und Leiter des Zentrums für Entwicklung und Sozialpädiatrie in Wolfsburg weiß er, „wie wichtig Zugehörigkeit für die Entwicklung von jungen Menschen ist. Ich darf dazu gehören, ohne mich zu verstellen“. Es gelte im Gespräch zu bleiben, auch und gerade bei unterschiedlichen Meinungen. „Courage zeigt sich im Alltag, wenn Menschen bereit sind, sich mit ihren eigenen Vorurteilen auseinanderzusetzen“.
Franz meinte, das Diakonie-Kolleg sei ein besonderer Ort, weil hier mit den angehenden sozialpädagogischen Assistent:innen und Erzieher:innen Menschen ausgebildet werden, die Kinder und Jugendliche stark machen. Dies gehe mit Empathie, Respekt und klarer Haltung. Schild und Urkunde seien ein Auftrag, der Aufmerksamkeit, Mut und Verantwortung verlange. 530 Schulen in Niedersachsen hätten diese Plakette mittlerweile.
Die Veranstaltung moderierten Tonia Begau und Alena Riptow, die Klassensprecherinnen der „VZ 25“. Die Vollzeitklasse hatte mit Lehrerin Insa Ubben und Schulsozialarbeiterin Anette Manderscheid Umfrage, Plakate, Flyer, Video, Pressemitteilung und die Veranstaltung vorbereitet. „An unserer Schule hat Rassismus null Raum“ hatte Schulleiter Daniel Kreßner zum Auftakt gesagt. Die Abschlussklassen hätten ihm mitgegeben: „Sorgt dafür, dass das weiter geht“.
Im Bild:
Die Plakette erhielt das Diakonie-Kolleg Wolfsburg – stellvertretend Schülersprecherin Nadine Röser – von Benjamin Franz vom Kultusministerium (rechts).
Foto:
Gunnar Schulz-Achelis
